
Bundesweit im Einsatz



Nachrichten und Snaps im Freundeskreis, Lernvideos oder Online-Gaming: Kinder und Jugendliche bewegen sich immer selbstverständlicher in digitalen Räumen. Und die lassen sich nicht absichern: Das Risiko sexualisierter Gewalt ist real und sexuelle Grenzverletzungen beginnen auch in Chats harmloser Apps oder Spiele.
Der Hintergrund
Cybergrooming, manipulative Kontakte, illegale Bildinhalte und das unerlaubte Weiterverbreiten sexueller Inhalte im Internet nehmen zu. Das Programm #dubistdran greift digitale Realitäten auf und macht Risiken sichtbar, ohne die Online-Welt zu verteufeln. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche online handlungssicher zu machen. Es geht darum, sie für ihre eigenen Grenzen im Internet zu sensibilisieren, jenseits von Zugangs- und Zeitbeschränkungen der besorgten Erziehungsberechtigten.
Auch online gelten unsere Botschaften: Wenn jemand deine Grenzen verletzt, ist das nie deine Schuld, sondern die der Täter*innen. Sprich mit vertrauten erwachsenen Personen und hol dir Unterstützung!
Die Geschichte
Toni ist 12 Jahre alt und lernt im Chat eines Onlinespiels die 14jährige Villa kennen. Toni findet Villa einfach toll. Sie versteht, dass gerade alles nervt: Schule, Geschwister, der Streit mit Mama übers Zocken. Toni vertraut Villa und ist zum ersten Mal ein bisschen verliebt. Aber dann möchte Villa plötzlich Bilder haben, sehr persönliche Bilder.
Die Kinder verfolgen mit, wie sich die Freundschaft zu Villa verändert und Toni immer mehr manipuliert wird, bis er schließlich mit sexualisierten Deep-Fakes erpresst wird. Sie erleben auch, dass Toni damit nicht allein bleibt. Er sucht Hilfe und findet sie: bei seinen Eltern, einem Schulsozialarbeiter, der Polizei und einer Fachberatungsstelle, die sich sorgt und kümmert. Und auch Tonis beste Freundin Yasmin steht ihm in der echten Welt weiter zur Seite.
Der Workshop
Im Workshop nutzen wir die Geschichte als Einstieg in die Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen. Dabei nehmen wir ihre digitale Kompetenz ernst und stellen keine neuen Chatregeln auf. Wir wissen: Die meisten machen bereits vieles richtig und haben trotzdem schon erlebt, dass jemand im digitalen Raum versucht, sie zu manipulieren und zur Geheimhaltung zu drängen.
Gemeinsam machen wir diese Strategien von Täter*innen sichtbar, damit unsere Teilnehmer*innen irritierende Situationen im Netz in Zukunft schnell und sicher einordnen können. Besonders wichtig ist dabei, auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen und zu wissen: Ich kann Online-Kontakte jederzeit per Klick beenden, blockieren und melden. So einfach, so schwer.
Um den Kindern und Jugendlichen zusätzlich Halt zu geben, sprechen wir auch über das, was rechtlich erlaubt und verboten ist und wer ihnen alles weiterhelfen kann, wenn sie außerhalb ihrer Familie Unterstützung suchen.
Auf 4x4 Meter passt eine Geschichte, die nachwirkt. Wir kommen ohne viele Requisiten und konzentrieren uns auf das Wichtigste – Ihre Schülerinnen und Schüler.
Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse.
Wir kommen insgesamt zwei Mal und arbeiten jeweils eine Doppelstunde mit Ihrer Klasse.
Es werden mindestens zwei Klassen benötigt (à zwei Doppelstunden), in denen das Programm ohne zwischenliegende Freistunden durchgeführt wird.
Zwei Mal eine Doppelstunde pro Klasse, verteilt auf zwei Schultage. Idealerweise im Abstand von einer Woche.
Die Durchführung des gesamten Programms kostet pro Klasse 592,00€ (2 Teile à 90 Minuten) zzgl. 0,40 €/km Fahrtkosten für 2 Hin- und Rückfahrten. Hat eine Doppelstunde 120 Minuten werden 704,00€ (2 Teile à 120 Minuten) in Rechnung gestellt (zzgl. Fahrtkosten).
Erster Termin Wir benötigen eine freie Spielfläche von 4 x 4 m in einem ungestörten Mehrzweckraum, der uns während der Aufenthalte an Ihrer Schule ohne Unterbrechung zur Verfügung steht, und in den die jeweilige Klasse zu Beginn der Durchführung überwechselt. Die Bestuhlung: zwei Stuhlreihen. Zweiter Termin (Workshop): Wir benötigen wieder den ungestörten Mehrzweckraum, der uns während des gesamten Aufenthaltes zur Verfügung steht. Die Tische sollen an die Seitenwände geräumt sein und in der Mitte des Raumes ein Stuhlkreis für alle Kinder, Workshopleitungen und die Lehrkraft aufgebaut sein.
Wenn Sie von Kindern zur Hilfe gerufen werden, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind - beherzigen Sie bitte diese 5 Regeln:
Hören Sie gut zu.
Glauben Sie dem Kind.
Zeigen Sie Mitgefühl.
Machen Sie dem Kind Mut.
Suchen Sie fachliche Beratung.
Im Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch können Sie sich helfen lassen - z. B. beim Hilfetelefon: Hilfetelefon Sexueller Missbrauch
0800 22 55 530 (bundesweit, kostenfrei und anonym)
Sexualisierte Gewalt findet vor allem in der Familie und im Bekanntenkreis statt, aber auch im außerfamiliären Umfeld (etwa in der Schule oder im Freizeitbereich). Abgesehen von den Fällen des Exhibitionismus und seltenen spektakulären Gewalttaten sind die Kinder überwiegend mit den Täter*innen bekannt oder sogar verwandt.
Betroffen von sexualisierter Gewalt sind Kinder aller sozialen Schichten und aller Altersgruppen, auch Kleinkinder und Säuglinge.
Die Aufführung kann nicht gewährleisten, dass Jungen und Mädchen nun vor sexualisierter Gewalt geschützt sind. Sie kann eine Stärkung und Sensibilisierung der Kinder bewirken. Kindern, denen dennoch sexualisierte Gewalt angetan wird, darf keinesfalls eine Schuld oder Mitschuld gegeben werden. Kinder haben niemals die Verantwortung dafür, wenn sie sexualisierte Gewalt erfahren.