19. 06. 2024
Ankommen, Begrüßung, Organisatorisches
Vortrag: Die Resonanz-Attrappe: Sexualisierte Gewalt, KI und die algorithmisch deformierte Beziehung
Julia von Weiler (Psychologin, Mediatorin, Expertin für digitale Kindheit & Kulturwandel)
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur, wie Kinder und Jugendliche kommunizieren, sondern wer die Kontrolle über ihre Realität und ihre emotionalen Bedürfnisse besitzt. Generative KI, Deepfakes und Companion-Bots erzeugen eine perfekte Illusion von Empathie und Verständnis. Diese algorithmische Spiegelung – die sogenannte „Resonanz-Attrappe“ – fungiert als technologischer Bindungs-Hack, der psychologische Schutzwälle systematisch unterwandert und eine algorithmisch deformierte Beziehung schafft.
Der Vortrag blickt hinter die KI-Euphorie und ordnet die aktuellen Entwicklungen ein: Von der industriellen Skalierung synthetischer Gewalt (Deepfakes) bis hin zu manipulativen kommerziellen Grooming-Strategien, die dem EU AI Act widersprechen. Es wird deutlich: Digitaler Kinderschutz ist kein Problem mangelnder „Medienkompetenz“ bei Kindern, sondern eine Frage der digitalen Architektur, der Provider-Haftung und der staatlichen Schutzrahmen. Ein Vortrag über Macht, Ohnmacht und die unteilbare Verantwortung der Erwachsenenwelt.
#dubistdran (Judith Elisabeth Meyer, Kai Janssen)
Präsentation des neuen Programms
Morgenangebote 7:30 Uhr
Eutonie (Sarah Rose)
Eutonie fürs Klassenzimmer - Wie können Eutonieübungen uns am Vormittag
unterstützen, um gut mit uns und den Kindern in Kontakt zu sein?
Berührungserfahrung ist die Voraussetzung für Themen wie Abgrenzung -
Kontakt/Nähe - Distanz/Innenraum - Außenraum und kann dabei helfen, sich
kennenzulernen und zu sich zu kommen. Das stärkt das Gefühl für die eigene
Identität, gibt Sicherheit und baut Stress ab. Die Eutonieübungen ermöglichen
uns mit Hilfe verschiedener Materialien Berührungserfahrungen, die unseren
Tonus regulieren und uns in Kontakt mit uns selbst bringen, was hilfreiche
Grundlagen sind, um in entspannter Präsenz die Kinder wahrnehmen zu
können...:-) Weitere Informationen unter: https://www.eutonie-darmstadt.de/eutonie
Ankommen im Körper (Sanja Färber)
Unter dem
Motto "Ankommen im Körper" lade ich zu einem aktivierenden
Morgenprogramm ein. Sanftes Dehnen und Tapping-Techniken wecken zunächst Körper
und Sinne, danach bewegen wir uns über gezielte Impulse frei im Raum. Den
Abschluss bildet ein befreiendes Ausschütteln zu Musik: so starten wir
gemeinsam wach, gelöst und energiegeladen in den Tag.
Chanten (Sissi Zängerle)
Simply Buddha- CHANTEN mit Sissi als buddhistisches Geschenk– Kleine Einführung und Rezitation von NAM MYOHO RENGE KYO©
Die buddhistische Friedensorganisation Soka Gakkai International betrachtet das Lotos-Sutra als wichtigste buddhistische Schrift. Schon sein Titel MYOHO RENGE KYO drückt aus, dass jedes Lebewesen im Hier und Jetzt die Buddhaschaft und damit Mut, Weisheit und Mitgefühl in sich trägt. Durch die gemeinsame Rezitation wecken wir Lebenskraft, verbinden uns miteinander und unserer Umgebung und tanken Inspiration. Der Begründer dieser buddhistischen Schule, der japanische Reformator Nichiren Daishonin, drückt es so aus: „NAM MYOHO RENGE KYO zu rezitieren bedeutet, den eigenen Palast zu betreten.“
Und das möchte ich mit euch gemeinsam morgens auf Schloss Buchenau tun- wo wir uns alle so intensiv unseren herausfordernden Themen für die Prävention von Kindern widmen. Da kann ein stabilisierendes, harmonisierendes Tool genau richtig sein.
Check-In
Vorstellung IdfM
Vortrag: Verunsichert – Radikalisiert – Allein: Wie die „Manosphere“ Einsamkeit zur Waffe macht und welche Antworten pädagogische Präsenz braucht
Julia von Weiler (Psychologin, Mediatorin, Expertin für digitale Kindheit & Kulturwandel)
WS 1 Grundlagenworkshop: „Ich glaube Dir!“ Sexuelle Gewalt gegen Kinder
Ewa Bäumer (Kinderschutzbund Münster e.V.)
Die Sensibilität für das Thema Sexuelle Gewalt wächst in der Gesellschaft. Dennoch ist es bisher nicht gelungen die Zahl der betroffenen Kinder zu senken. Im Medienbereich erleben wir sogar eine Zunahme sexueller Gewalt. Der Workshop vermittelt Informationen zu Formen sexueller Gewalt, zu betroffenen Kindern, zu Tatpersonen und ihren Strategien sowie wichtige Hinweise zu Disclosureprozessen und Interventionsschritten.
WS 2 Wenn Minderjährige Pornos schauen – Sprachlosigkeit überwinden, Handlungssicherheit gewinnen
Miriam Scheibe (Sexualpädagogin, Pinkstinks Germany)
Was macht die ständige Verfügbarkeit von pornografischen Inhalten mit Kindern und Jugendlichen? Wie damit umgehen, wenn bereits junge Menschen untereinander sexualisierte Darstellungen austauschen? Wir sprechen über Aspekte jugendlicher Sexualität, um die sonst oft eher ein Bogen gemacht wird. Es geht darum, die eigene Sprechsicherheit im Themenfeld Pornografie zu festigen und methodische Impulse für die Arbeit mit jungen Menschen kennenzulernen. Sexual- und medienpädagogische Ansätze werden dabei durch rechtliche Aspekte ergänzt.
WS 3 Cybergrooming verstehen – fachlich sicher begleiten
Jonas Stratmann (freiberuflicher Referent Medienpädagogik)
Cybergrooming beginnt selten mit einer offensichtlichen Bedrohung – sondern mit Vertrauen, Aufmerksamkeit und dem Gefühl, verstanden zu werden. Genau diese Mechanismen machen die Anbahnungsstrategien von Täter*innen online so wirksam. Der Workshop ordnet fachlich ein, wie Grooming-Prozesse tatsächlich ablaufen, welche Rolle Isolation und Drohung dabei spielen, und was sich durch KI-generierte Bilder und Deepfakes bei sexualisierter Erpressung aktuell verändert.
Im Workshop werden sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie Fallbeispiele zu Cybergrooming und digitaler sexualisierter Erpressung fachlich besprochen. Eine sensible, aber konkrete Auseinandersetzung mit den Themen ist notwendig; auf explizite Detailschilderungen wird verzichtet. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
WS 4 Mediatisierte sexualisierte Peer-Gewalt
Nele Horstmann (Bildungsreferentin, PETZE-Institut für Gewaltprävention)
Jugendsexualität findet wie die jugendliche Lebenswelt vermehrt im digitalen Raum statt. Das Internet wird genutzt, um sich zu informieren, aber auch um die eigene Sexualität zu auszuprobieren und zu erforschen. Dabei kann es zu Konsensunfällen, Vertrauensbrüchen und Vertrauensmissbrauch kommen und damit auch zu mediatisierter sexualisierter Peer-Gewalt.
In dem Workshop beschäftigen wir uns mit jugendlichen Lebenswelten im Hinblick auf Sexualität, aber auch mit Formen sexualisierter Gewalt mittels digitaler Medien. Welche Ursachen und Risikofaktoren spielen in diesem Kontext eine Rolle und welche Schutzfaktoren können ihnen wirksam entgegengesetzt werden?
WS 5 Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil
Monika Egli-Alge, lic. phil. (Fachpsychologin, Gründerin und Geschäftsführerin forio, Präsidentin des Netzwerks "Kein Täter werden")
Nach erfolgter Strafuntersuchung gegen die Mutter und den Stiefvater wegen sexuellen Handlungen mit Kindern stehen nun beide vor Gericht und müssen sich verantworten. Was bedeutet das für die betroffenen Opferkinder? Für die Mutter? Für den Stiefvater? Für die Geschwister? Wir spielen!
WS 6 Faszination Games: Chancen, Risiken, Ausprobieren, Selbermachen
Eva Hanel & Stefan Berendes (Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen)
Der Workshop wirft einen Blick auf digitale Spiele und die sie umgebende (Medien-)Kultur, diskutiert Aspekte des Jugendschutzes (wie z.B. Altersfreigabe oder übermäßige Nutzung) und gibt einen Ausblick auf pädagogische und kulturelle Anschlussmöglichkeiten des Mediums — und schließlich darf auch selbst Hand angelegt werden: Verschiedene Games können ebenso ausprobiert werden wie niedrigschwellige Werkzeuge, mit denen sich eigene Game-Projekte umsetzen lassen.
Supervision bei Silvia Lücke
Gleiches Workshopangebot wie vormittags
AG´s am Abend
Musikworkshop (neuer Körpersong)
Ben Soyka, Simone Heiser
Expert*innen Gruppe: „Gewalterfahrungen“ in der tpw
Anja Bechtel, Rolf Härter
Überall, wo Menschen zusammenkommen, sind unterschiedliche Formen von Gewalt, Machtmissbrauch, Grenzverletzungen und Übergriffen vorstellbar und möglich. Deshalb haben wir nach Innen geschaut und euch befragt. Befragt nach Strukturen, Kommunikationen und Handlungen, die eine Gewalterfahrung innerhalb der tpw dargestellt haben. Von euch als belastend empfunden wurden und mit Unsicherheit, Ängsten und Hilfe benötigend, einher gingen.
Die Auswertung der Fragebögen möchten wir euch auf der Fachtagung vorstellen. Mögliche Lösungen diskutieren und etwaige Konsequenzen entwickeln.
Neues Format Präsentationen Die große Nein-Tonne
Tanja Brügger, Jan Opterbeck & Tabea Koch
Morgenangebote 7:30 Uhr
siehe oben (Freitagmorgen)
Check-In
Vortrag: Mediatisierte sexualisierte Gewalt. Handeln und Haltung
Prof. Dr. Frederic Vobbe (Technische Hochschule Köln) & Katharina Kärgel (Hochschule Heidelberg)
Digitale Medien müssen bei jeder Form sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche grundsätzlich mitbedacht werden. Betroffene erleben nicht zuletzt deswegen komplexe Mehrfachbelastungen, da der Gewaltkontext räumlich und zeitlich vollständig entgrenzt wird. Die Gewaltdynamiken verkomplizieren mittels generativer KI hergestellte und verbreitete Missbrauchsdarstellungen weiter. Der interaktive Impulsvortrag führt in Formen mediatisierter sexualisierter Gewalt sowie deren Folgebelastungen für Betroffene ein. Abschließend werden praxisnahe Handlungsimpulse für Prävention und Intervention diskutiert.
WS 1 Schauspielworkshop: Digitale sexualisierte Gewalt performativ erforschen
Sissi Zängerle (Schauspielerin, Teamleitung Bremen/Oldenburg & Mecklenburg-Vorpommern)
Wir nähern uns dem Thema „Sexualisierte Gewalt im
digitalen Raum“ mit selbstermächtigenden, ressourcenstärkenden
Schauspielmethoden wie dem #sourcetuning nach Jens Roth, um es
performativ-theatral umzusetzen. Mit den Tools dieser Methoden ausgestattet
wollen wir authentisch in Figuren eintauchen, Gefahren und Auswirkungen
digitaler Übergriffe sichtbar machen und spielerisch Prävention vermitteln.
Als Grundlage entwickeln wir im Workshop selbst
kleine Monologe zu den Figuren Yasmin und Toni aus #dubistdran, die wir
anschließend mit Source Tuning schauspielerisch erforschen und performativ
umsetzen.
Wir sind eingeladen, unsere Ergebnisse am
Samstagabend zu zeigen. Die Anmeldung zum Workshop ist vor Ort möglich. Die
Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
WS 2 Wenn Minderjährige Pornos schauen – Sprachlosigkeit überwinden, Handlungssicherheit gewinnen
Miriam Scheibe (Sexualpädagogin, Pinkstinks Germany)
Was macht die ständige Verfügbarkeit von pornografischen Inhalten mit Kindern und Jugendlichen? Wie damit umgehen, wenn bereits junge Menschen untereinander sexualisierte Darstellungen austauschen? Wir sprechen über Aspekte jugendlicher Sexualität, um die sonst oft eher ein Bogen gemacht wird. Es geht darum, die eigene Sprechsicherheit im Themenfeld Pornografie zu festigen und methodische Impulse für die Arbeit mit jungen Menschen kennenzulernen. Sexual- und medienpädagogische Ansätze werden dabei durch rechtliche Aspekte ergänzt.
WS 3 Echte Resonanz statt digitaler Täuschung: Pädagogische Präsenz und Verantwortung im digitalen Raum
Julia von Weiler (Psychologin, Mediatorin, Expertin für digitale Kindheit & Kulturwandel)
Wenn Maschinen Empathie vorspiegeln und Algorithmen als „urteilsfreie“ Ansprechpartner erlebt werden, verändert sich der pädagogische Schutzauftrag fundamental. In diesem Workshop übersetzen wir die wissenschaftlichen und rechtlichen Fakten in die konkrete Praxis von Theaterpädagogik, Beratung und Schule.
Im Zentrum steht die kritische Abgrenzung zwischen echter Partizipation und der Falle der „Schutzdelegation“: Wie können wir Kindern begegnen und ihre digitale Lebenswelt ernst nehmen, ohne ihnen die Last der Sicherheit aufzubürden oder sie zu „Sicherheitswächtern“ ihrer selbst zu machen? Anhand von Fallbeispielen demaskieren wir die Wirkweisen algorithmischer Spiegelung und erarbeiten, wie wir Kindern durch echte pädagogische Präsenz tragfähige Schutzräume aufzeigen.
Ziele des Workshops:
Schärfung der eigenen Haltung, Erkennen manipulativer KI-Designs und der Transfer in konkrete, strukturelle Handlungsschritte für den pädagogischen Alltag.
WS 4 Mediatisierte sexualisierte Peer-Gewalt
Nele Horstmann (Bildungsreferentin, PETZE-Institut für Gewaltprävention)
Jugendsexualität findet wie die jugendliche Lebenswelt vermehrt im digitalen Raum statt. Das Internet wird genutzt, um sich zu informieren, aber auch um die eigene Sexualität zu auszuprobieren und zu erforschen. Dabei kann es zu Konsensunfällen, Vertrauensbrüchen und Vertrauensmissbrauch kommen und damit auch zu mediatisierter sexualisierter Peer-Gewalt.
In dem Workshop beschäftigen wir uns mit jugendlichen Lebenswelten im Hinblick auf Sexualität, aber auch mit Formen sexualisierter Gewalt mittels digitaler Medien. Welche Ursachen und Risikofaktoren spielen in diesem Kontext eine Rolle und welche Schutzfaktoren können ihnen wirksam entgegengesetzt werden?
WS 5 Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil
Monika Egli-Alge, lic. phil. (Fachpsychologin, Gründerin und Geschäftsführerin forio, Präsidentin des Netzwerks "Kein Täter werden")
Nach erfolgter Strafuntersuchung gegen die Mutter und den Stiefvater wegen sexuellen Handlungen mit Kindern stehen nun beide vor Gericht und müssen sich verantworten. Was bedeutet das für die betroffenen Opferkinder? Für die Mutter? Für den Stiefvater? Für die Geschwister? Wir spielen!
WS 6 Faszination Games: Chancen, Risiken, Ausprobieren, Selbermachen
Eva Hanel & Stefan Berendes (Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen)
Der Workshop wirft einen Blick auf digitale Spiele und die sie umgebende (Medien-)Kultur, diskutiert Aspekte des Jugendschutzes (wie z.B. Altersfreigabe oder übermäßige Nutzung) und gibt einen Ausblick auf pädagogische und kulturelle Anschlussmöglichkeiten des Mediums — und schließlich darf auch selbst Hand angelegt werden: Verschiedene Games können ebenso ausprobiert werden wie niedrigschwellige Werkzeuge, mit denen sich eigene Game-Projekte umsetzen lassen.
Gleiches Workshopangebot wie vormittags
Ehrungen und Party
Check-In
Abschluss und Feedbackrunde