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Interview

"Was bleibt?"

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Viele Menschen haben in unserer Videodokumentation über ihre persönlichen Erfahrungen in der Corona-Krise gesprochen. Eine weitere Teilnehmerin ist Anna Kebschull. Die Landrätin des Landkreises Osnabrück berichtet, wie sie die Herausforderungen in der Krisenzeit erlebte.

„Erfahrung von Mangel, Mangel, Mangel“

Unsere Video-Dokumentation „Was bleibt?“ nimmt einzelne Personen in den
Fokus und fragt sie nach ihren persönlichen Erfahrungen, Strategien und
Glücksmomenten in der Corona-Krise.

Befragt von Liane Kirchhoff und Katja Lauken gab nun auch Landrätin Kebschull Auskunft. Nur wenige Monate nach Amtsantritt drehte sich beruflich plötzlich alles um die Pandemie und nicht mehr um die politischen Themen, die Kebschull auf den Weg bringen wollte. Besonders schwer fällt ihr, Freiheitsrechte einzuschränken, um die Bevölkerung vor der Ausbreitung des Virus zu schützen. Sehr gravierend sei gewesen, dass in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen keine Besuche mehr möglich waren. Was bleibe noch an Lebensqualität, wenn nicht einmal Angehörige zu Besuch kommen können? Einsamkeit ist ein großes Problem, von alten aber auch von jungen Menschen.

Einschneidend war zudem die „Erfahrung von Mangel, Mangel, Mangel“. Weder Schutzkleidung noch Desinfektionsmaterial standen ausreichend zur Verfügung. Im zum Krisenzentrum umfunktionierten Großen Sitzungssaal im Kreishaus Osnabrück mussten gravierende Entscheidungen zu sich dauernd ändernden Rahmenbedingungen im „Minutentakt“ getroffen werden. Bis zu 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren fast rund um die Uhr im Einsatz für die Kontaktnachverfolgung.

Zu Beginn erwies sich die Bestellung von Schutzmaske als besonders problematisch. Fest zugesagte Lieferungen wurden nicht eingehalten, manche Bestellungen verschwanden plötzlich. Zugleich riefen Krankenhäuser an, die mitteilten, dass sie schon am nächsten Tag nicht mehr würden arbeiten können, wenn sie keine Schutzausrüstung erhielten. Die Pandemie habe zudem den Pflegekräftemangel besonders sichtbar gemacht, sagte die Landrätin.

Die Pandemie habe aber auch gezeigt, wie wichtig Beziehungen und Freundschaften seien. Die junge Generation habe erfahren, dass es Dinge gebe, die man selber nicht beeinflussen könne, die alles „auf links drehen“. Die Pandemie habe sie „krisenerprobt“ gemacht.

(Quelle: Auszug Pressemitteilung Landkreis Osnabrück)

Foto: Landkreis Osnabrück, Henning Müller-Detert

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