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"Mein Körper gehört mir!" startet wieder an den Bielefelder Grundschulen

Die Durchführungen von "Mein Körper gehört mir!" an Bielefelder Grund- und Förderschulen werden fortgesetzt. Trotz Wechselunterrichts. Die GS Heeperholz macht den Anfang und weitere 66 Schulklassen sollen in den nächsten Wochen folgen.

In einer Presseerklärung hat die Sparkassenstiftung Bielefeld mitgeteilt, dass die von ihr finanzierten Durchführungen von "Mein Körper gehört mir!" fortgesetzt werden können. Die GS Heeperholz macht den Anfang.

„Nicht alle Kinder in Bielefeld wachsen behütet auf“, ist sich Schulleiterin Elisabeth Hermany bewusst. „Bei 220 Schülerinnen und Schülern wird es auch an unserer Grundschule Heeperholz Kinder geben, die zu Hause belastende Situationen erleben müssen.“

Das ist der Grund, weshalb sich Hermany als erste Grundschulleiterin dafür entschieden hat, das Programm „Mein Körper gehört mir!“ wieder in den Präsenzunterricht einzubinden – trotz Wechselunterricht. „Das Programm wirkt nicht nur dem sexuellen Missbrauch an Kindern entgegen“, ist Hermany überzeugt. "Es stärkt die Kinder auch in ihrem Selbstwertgefühl, wenn sie wissen, dass sie ungute Gefühle nicht mit sich selbst ausmachen müssen.“

Insgesamt finden nun vier Aufführungstermine für die Dritt- und Viertklässler an der Grundschule Heeperholz statt. „Anders als früher erleben die Kinder die Aufführung nicht in den Klassenzimmern, sondern in der Turnhalle“, erklärt die Grundschulleiterin. „Dort haben wir viel Platz und können neben der Maskenpflicht auch die nötigen Abstände einhalten.“

66 Schulklassen sollen in den nächsten Wochen folgen

Nach den Osterferien sollen nach jetzigem Plan 16 weitere Bielefelder Grundschulen mit insgesamt 66 Schulklassen folgen. "Gerade während der aktuellen Pandemie müssen wir in der Präventionsarbeit ein besonderes Augenmerk auf den Kinderschutz legen", ist Christiane Knirsch von der Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Bielefeld überzeugt. "In dieser Situation müssen Kinder gestärkt werden, zumal der regelmäßige Kontakt zu außenstehenden Vertrauenspersonen eingeschränkt ist."

Dass die Zahlen von Missbrauchsfällen an Kindern in Bielefeld im Pandemie-Jahr 2020 angestiegen sind, bestätigt ebenfalls die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik. Zwar führe auch die gestiegene Sensibilität der Bevölkerung zu einem Anstieg der angezeigten Fälle. Allerdings sei dennoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Das Ziel: Alle Schülerinnen und Schüler mit dem Programm erreichen

„Umso wichtiger ist daher die Präventionsarbeit in den Schulen“, betont Sparkassensprecher Christoph Kaleschke für die Stiftung der Sparkasse Bielefeld. „Seit mehr als zwanzig Jahren konnten wir hier in Bielefeld dank einer gemeinsamen Kraftanstrengung vieler Beteiligter sicherstellen, dass jede Schülerin und jeder Schüler in Bielefeld das Stück einmal in seiner Schullaufbahn erlebt hat. Durch die Corona-Pandemie gab es im letzten Jahr leider erstmals einen Bruch.“

Im letzten Frühjahr konnten sechs Grundschulen wegen der Pandemie „Mein Körper gehört mir!“ nicht durchführen. Elternabende und Fortbildungsveranstaltungen des Programms konnten während des Lockdowns lückenlos durch den Verein Eigensinn und die Polizei durchgeführt werden.

Seit 1997 sorgt das "Bielefelder Netzwerk" dafür, dass alle Kinder der Stadt in der dritten oder vierten Jahrgangsstufe "Mein Körper gehört mir!" erleben können. Neben der finanzierenden Sparkassenstiftung Bielefeld sind die Polizei, das Schulamt der Stadt, die Beratungsstelle Eigensinn und die tpw Projektpartner.

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